FEDER UND SCHWERT (IMPRESSION A LA DEMANDE)

À propos

In der Ecke eines Zimmers stand ein Schwert. Die helle, stählerne Fläche seiner Klinge erglänzte, vom Strahle der Sonne berührt, in rotlichem Scheine. Stolz hielt das Schwert Umschau im Zimmer; es sah, daß alles sich an seinem Glasten weidete. Alles? - Nicht doch! Dort auf dem Tische lag, müßig an ein Tintenfaß gelehnt, eine Feder, der es nicht im mindesten einfiel sich vor der glitzernden Majestät jener Waffe zu beugen. - Das ergrimmte das Schwert und es begann also zu sprechen: »Wer bist du wohl, nichtswürdig Ding, daß du nicht gleich den andern vor meinem Glanz dich beugst und ihn bewunderst? Sieh nur um dich! Alle Geräte stehen ehrfurchtsvoll in tiefes Dunkel gehüllt. Mich allein, mich hat die helle beglückende Sonne zu ihrem Liebling erkoren; sie belebt mich mit ihrem wonnigen Flammenkusse, und ich lohne ihrs, indem ich ihr Licht tausendfach wiederstrahle. Mächtigen Fürsten nur ziemt es, in leuchtendem Gewande daherzuschreiten. Die Sonne kennt meine Macht, darum legt sie mir den koniglichen Purpur ihrer Strahlen um die Schultern.«


Rayons : Littérature > Romans & Nouvelles


  • Auteur(s)

    Rainer Maria Rilke

  • Éditeur

    Culturea

  • Distributeur

    Sodis

  • Date de parution

    25/03/2023

  • EAN

    9791041939473

  • Disponibilité

    Disponible

  • Nombre de pages

    24 Pages

  • Longueur

    22 cm

  • Largeur

    17 cm

  • Épaisseur

    0.2 cm

  • Poids

    57 g

  • Support principal

    Grand format

Infos supplémentaires : Broché  

Rainer Maria Rilke

Rainer Maria Rilke (1875-1926), écrivain et poète autrichien, est l'auteur d'une œuvre poétique sensible, tourmentée et pétrie de spiritualité. Adulé de son vivant, il reste l'un des plus grands poètes du XXe siècle. Ses dix Lettres à un jeune poète sont publiées à titre posthume, en 1929, trois après sa mort. C'est son premier texte enregistré dans La Bibliothèque des voix ; a suivi récemment la mise en voix par Micha Lescot et Noémie Lvovsky de sa correspondance avec Marina Tsvétaïeva, qui célébrait en lui « la poésie incarnée » ("Est-ce que tu m'aimes encore ?", 2019).

empty